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Spritzenphobie

wenn die Angst vor Spritzen die Gesundheit gefährdet

Spritzenphobie – Hypnosetherapie Hamburg
Wenn die Angst vor Spritzen übermächtig und unkontrollierbar wird, liegt eine Spritzenphobie vor. In ihrer Furcht und Panik vermeiden Betroffene Blutentnahmen, notwendige Impfungen und medizinische Eingriffe.
 
Diese Ängste und das Leiden der Betroffenen werden weitgehend unterschätzt. Die Symptome der Spritzenphobie äußern sich darin, dass Betroffene bei Blutentnahmen und Injektionen Angst vor Schmerzen haben, beim Einstich Verletzung befürchten und der Anblick von Blut Übelkeit und Ohnmacht hervorrufen kann. Deshalb wird dieses Beschwerdebild auch als BVS-Phobie – Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie – bezeichnet. Werden Betroffene mit den auslösenden Reizen konfrontiert, kommt es zu einer unmittelbaren Angstreaktion, die sich als Panikattacke äußern kann. Schon die Vorstellung von Spritzen, Injektionen und Blut kann ausreichen, um eine phobische Reaktion auszulösen.
 
Die Spritzenphobie ist relativ häufig. Etwa 2-3 Prozent der Erwachsenen und jeder 15. Jugendliche leiden unter der Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie, BVS-Phobie. Die Symptome werden oft bagatellisiert. Die entstehenden Folgen für Betroffene werden bis heute, selbst in der medizinischen Praxis, nur ungenügend wahrgenommen.

Betroffene wissen, dass ihr phobisches Reagieren gegenüber diesen ärztlichen Maßnahmen unbegründet ist. Die Phobie ist für sie weder erklärbar, noch beeinflussbar. Rationales Denken und Handeln kann Menschen jedoch nicht vor einer phobischen Reaktion beim Anblick einer Spritze oder Blut schützen. Die Erwartungsangst geht häufig so weit, dass für Betroffene sogar Berichte über medizinische Maßnahmen oder Schilderungen von Bekannten kaum aushaltbar sind.

Die Spritzenphobie kann schwerwiegende Folgen haben

  • Betroffene vermeiden notwendige Blutuntersuchungen,
  • Frauen mit Kinderwunsch vermeiden wichtige Blutuntersuchungen, wie die zur Bestimmung des Röteln-Titer, und vermeiden wichtige Impfungen zum Schutz des Ungeborenen.
  • Betroffene vermeiden notwendige und lebenswichtige Schutzimpfungen, wie z.B. die Tetanus-Schutzimpfung.
  • Betroffene zögern vor notwendigen Eingriffen, schieben sie oft lange hinaus, was die Problematik erschweren kann. Andere haben schon Jahre keinen Arzt mehr aufgesucht.
  • Manche Auslandsreisen können nicht gemacht werden, weil bestimmte Impfungen vorgenommen werden müssen.
  • Betroffene erleiden große Furcht vor Einstellungsuntersuchungen und „überwinden“ diese zumeist nur mit massiver Angst und in Begleitung eines vertrauten Menschen,
  • Selbst ein Berufswunsch kann an der Blut-Verletzungs-Spritzen-Phobie scheitern.
Allein aus diesen wenigen Mitteilungen wird deutlich, dass die Spritzenphobie weit mehr ist als die Angst vor einem Piks, denn aus dieser Phobie kann ein dramatischer Gesundheitszustand resultieren.

Was geschieht bei der Spritzenphobie

Auf der psychischen Ebene hat sich die Furcht so manifestiert, dass schon beim Anblick einer Spritze oder von Blut in Sekundenbruchteilen Angst und Panik ausgelöst wird.
 
Auf der Verhaltensebene wird eine Fluchtreaktion ausgelöst, so dass die Angst abebben kann. Diese Erleichterung bahnt jedoch Vermeidungsverhalten und die Erwartungsangst, die Angst vor der Angst. Die Folge ist, dass selbst der Gedanke an eine Spritze oder an Blut angstauslösend wirkt.
 
Auf der körperlichen Ebene löst die Spritzenphobie eine Kaskade von Stress- und Alarmreaktionen aus, die von Betroffenen am gravierendsten wahrgenommen werden. Die Symptome sind u.a.: Zittrigkeit, Herzklopfen, Beklemmungsgefühle, Schweißausbrüche, Übelkeit, Atemnot bis hin zur Hyperventilation und Ohnmacht.

Wie entsteht die Spritzenphobie

Die Spritzenphobie entwickelt sich zumeist in der Kindheit, wobei bei der Ausbildung dieser Phobie neurobiologische Aspekte eine entscheidende Rolle spielen. Das schmerzverarbeitende System ist im Kindesalter sehr aktiv und muss noch reifen. Zudem ist die Schmerzintensität im Kindesalter höher, denn schmerzdämpfende Impulse verstärken sich erst im Laufe der Entwicklung.
 
Betroffene berichten immer wieder von traumatisierend wirkenden Ereignissen und Umständen im Rahmen einer Blutentnahme. Sie berichten, wie sie sich als Kind dabei schutzlos und ausgeliefert fühlten. Andere berichten, wie sie sich von ihren Eltern allein gelassen fühlten. Manche litten als Kind an Neurodermitis und erlebten den Einstich wie in eine Wunde. Andere teilten mit, dass sie als Kind einen langen Krankenhausaufenthalt hatten und immer mehr Angst vor den für sie noch unverständlichen ärztlichen Prozeduren erlitten. Manchmal wird berichtet, dass die Familie vor Ausbruch der Spritzenphobie unter psychosozialen Belastungen gelitten hatte. Zu nennen sind hier traumatisierende Erlebnisse, wie Trennungsereignisse und kritische Lebenssituationen mit Erleben von Schutzlosigkeit, Ungewissheit und erlittener Hilflosigkeit. Sämtliche Aspekte können auf neuronaler Ebene erhöhte Ängstlichkeit mit phobischen Reaktionsmustern bahnen.
 
Vor diesem Hintergrund kann aus einem erstmalig sensibilisierenden Ereignis eine phobische Reaktion resultieren. Die erstmalig erlebte Hilflosigkeit während einer ärztlichen Prozedur muss für Betroffene noch gar nicht traumatisierend gewesen sein, nur waren Betroffene zu jener Zeit nicht in der Lage dieses Ereignis adäquat emotional zu verarbeiten. Zu einer anderen Zeit oder unter anderen Umständen wäre das Erleben dieser ersten sensibilisierenden Situation möglicherweise unproblematisch gewesen. Durch das unverarbeitete sensibilisierende Ereignis konnte sich die emotionale Disposition entwickeln, so dass die Psyche durch weitere angst aktivierende Erfahrungen beeinträchtigt und verletzbarer wurde. Durch weitere sensibilisierende Ereignisse erlebt ein betroffener Mensch die gleichen belastenden Gefühle in einer neuen Situation. Häufen sich die Angst- und Hilflosigkeits-Erfahrungen wie bei einem langen Krankenhausaufenthalt oder bei chronischen Erkrankungen im Kindesalter kann dieser Prozess zur Verfestigung im Angst- und Schmerzgedächtnis führen. Warum sich bereits nach einer oder wenigen Angstreaktionen im Rahmen einer ärztlichen Maßnahme Schmerzspuren verfestigen und sich eine Spritzenphobie ausbilden kann, ist noch nicht hinreichend geklärt.
 
Eine Spritzenphobie kann auch erlernt werden (Modell-Lernen). Erlebt ein Kind zum Beispiel, dass ein Elternteil Angst vor Spritzen hat und beim Anblick einer Spritze in Panik geriet, kann das Konsequenzen für das kindliche Verhalten haben. So kann das Kind diese Verhaltensweise übernehmen. Die Schmerzspuren im Gehirn können als Angst vor Spritzen oder Blut reproduziert werden.

Folgen der Spritzenphobie

Die Vermeidung von Blutentnahmen und Impfungen wird auch von betroffenen Menschen als Scheinlösung wahrgenommen. Jedoch ist die Angst vor phobischen Auslösern so gravierend, dass es für Betroffene oft ausweglos erscheint aus diesem erschöpfenden Teufelskreis von Furcht, Angst und erwarteter Angst herauszukommen. Kognitiv wissen Betroffene, dass die Angst unbegründet ist. In einer betreffenden Situation – wie zum Beispiel vor einer bevorstehenden Blutuntersuchung oder Impfung – läuft unbewusst eine dramatische Szenerie ab, so dass Betroffene alles tun, um dieser Situation auszuweichen.  

Die Hypnotherapie kann helfen

Bei den spezifischen Phobien, wie der Spritzenphobie oder der Zahnarztangst – der Dentalphobie, werden oft nur sehr wenige Sitzungen zur Lösung benötigt. Klienten/IN können schon nach kurzer Zeit neue Erfahrungsräume erleben. Betroffene können aus den furchterregenden Lebens-Begrenzungen herauswachsen. In der Medizinischen Hypnosebehandlung können durch die Aktivierung unbewusster Prozesse die alten Angsterfahrungen aufgesucht werden, wie die kindliche Hilflosigkeit bei Blutentnahmen oder Impfungen. Es wird von Betroffenen als sehr hilfreich und erleichternd empfunden. Das Unbewusste mit dem „stillen Wissen“ kann in der Hypnotherapie belastende Lebenserfahrungen entzerren und „richtig einordnen“. Betroffene verstehen so, dass ihre Handlungsmöglichkeiten bisher sehr eingeschränkt und begrenzt waren, was einerseits schützend war, andererseits den Handlungsspielraum und den Lebensradius einschränkte. Durch die Hypnosetherapie können die alten ängstlichen Bezugsrahmen verändert werden,… und mit dem wachsenden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten können Menschen beginnen, der ärztlichen Behandlung zu vertrauen.

Mehr erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch in meiner Praxis für Medizinische Hypnose in Hamburg.