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Schlafstörung

Die Beschleunigung des Lebenstempos mit dem permanent ansteigenden Stress hat dazu geführt, dass Schlafstörungen massiv zugenommen haben. So verkürzte sich die Schlafdauer im letzten Jahrhundert um 2 Stunden und allein in den letzten 30 Jahren noch einmal um 30 Minuten. In unserer leistungsfixierten 24-Stunden- Gesellschaft ist die innere Uhr aus dem Takt gekommen.
 
Stressbedingte Erkrankungen und Schlafstörungen sind nach einer aktuellen Studie der UN-Gesundheitskommission zur Volkskrankheit Nr. 1 geworden. Nach einer Studie (veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 2013) sind ca. 4 Millionen der Erwachsenen in Deutschland von Schlafstörungen betroffen. Doch wird in der Praxis davon ausgegangen, dass etwa 20-30 Prozent aller Menschen in den westeuropäischen Ländern unter Schlafproblemen leiden. Ein- und Durchschlafstörungen sowie frühzeitiges Erwachen werden als Insomnie bezeichnet. Eine chronische Insomnie wird diagnostiziert, wenn jemand 3 Mal pro Woche und über 1 Monat nicht ein- und durchschlafen kann. Die Ursachen hierfür sind äußerst vielschichtig.

Ursachen der Schlafstörung –
warum so viele Menschen den Kontakt zur Nacht verloren haben

Der Anstieg der Schlafstörungen ist hauptsächlich durch Beschleunigungsprozesse in der Arbeitswelt mit der Zunahme von mehr Arbeitseinheiten pro Minute zurückzuführen. Diese Beschleunigung von Handlungs- und Entscheidungsprozessen mit ständiger Erreichbarkeit, Nachtarbeit, Doppelbelastungen und einer generellen Verunsicherung haben zu Veränderungen der Zeitwahrnehmung geführt. Durch die beschleunigte Abfolge und Überlagerung von Tätigkeiten haben wir die zeitliche Orientierung mit ihren Rhythmen verloren. Die „zeitkostende“ Dauer des Schlafens wird verunglimpft. Immer ist noch so viel zu erledigen und zu viele Probleme rattern im Kopf, so dass der Stress des Tages mit in die Nacht genommen wird. Durch die Überaktivierung können wir dann nicht abschalten.
 
Stressbedingte Schlafstörungen sind am häufigsten. Sie werden auch als „erlernte“ Insomnie bezeichnet. Nicht abgebauter Stress und ständige Sorgen um den morgigen Tag und die Zukunft können zu Einschlafstörungen führen und erholsames Durchschlafen verhindern. Das nicht zur Ruhe kommen verursacht beim Betroffenen Ärger und Verzweiflung – und wie in einem Teufelskreis resultiert hieraus eine weitere Stressverstärkung. So haben viele schon tagsüber Angst vor der Nacht; Angst davor wieder nicht schlafen zu können und wieder gerädert, übermüdet und erschöpft das Arbeitspensum erledigen zu müssen.
 
Nicht wenige Menschen berichten in meiner Praxis für Medizinische Hypnose, dass Sie nach einer bedrohlichen Veränderung der Lebenssituation oder langanhaltenden belastenden Lebensbedingungen Schlafstörungen entwickelt haben. Junge Menschen beschreiben nicht selten, wie sie schon als Kind Dunkelangst hatten und auch als Erwachsene nur sehr schwer ein- und durchschlafen können, insbesondere nach Belastungen und psychosozialen Veränderungen. Andererseits berichten gegenwärtig nicht wenige ältere Menschen, dass für sie vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise die traumatisierenden Ereignisse des Krieges „wieder in die Gegenwart gerückt“ sind. Sie beschreiben wie sie wieder Angst vor der Nacht und Dunkelheit verspüren, wie damals, als sie als Kinder in den Bombennächten aufgeschreckt wurden und in die Bunker mussten.
 
Wie einerseits langanhaltende Schlafstörungen die seelische und körperliche Gesundheit beinträchtigen, führen andererseits die meisten Erkrankungen zu vorübergehenden oder chronischen Schlafstörungen. Bei einigen neurologischen und psychischen Erkrankungen sind Ein- und Durchschlafstörungen sogar das vorrangige Symptom. Als häufigste Erkrankung ist hier die Depression zu nennen. So können Depressionen oder depressive Verstimmungen Ursache für schwerwiegende Schlafstörungen sein mit den Symptomen: „zerhackter Schlaf“ und frühmorgendliches Erwachen. Umgekehrt kann aus langen und hartnäckigen Schlafstörungen eine depressive Stimmung resultieren.

Folgen der Schlaflosigkeit:
Schlaflosigkeit ist Dauerstress

Schlafstörungen führen oft schon nach kurzer Zeit zu massiven Belastungen. Abgesehen von ständiger Tagesmüdigkeit mit geräderter Stimmungslage und verminderter Leistungsfähigkeit führt ein gestörter Schlaf auf Dauer zu einem geschwächten Immunsystem und degenerativen Prozessen am Gehirn. So wurde nachgewiesen, dass durch Schlafmangel der Hirnstoffwechsel gestört wird und bestimmte Eiweißstoffe in erhöhter Konzentration vorkommen. Diese werden auch bei schwerwiegenden Hirnerkrankungen festgestellt, wie u.a. beim Schlaganfall. Zudem wird durch Schlafmangel die schützende Schranke zwischen Blutgefäßen und Hirngewebe durchlässiger, so dass schädigende Substanzen die Funktion der Hirnzellen negativ beeinflussen können. So bestätigen alle Forschungsergebnisse, dass aus Insomnien nachhaltige Störungen der Hirnfunktion resultieren mit weitreichenden Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit. Mögliche Folgen sind: depressive Verstimmungen, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, Magengeschwüre und Folgeerkrankungen durch hohen Bluthochdruck.
 
Im Schlaf bereitet sich der Mensch auf den folgenden Tag vor und verarbeitet den vergangenen Tag. In den Traumphasen (REM-Phasen) verarbeitet das Gehirn Eindrücke und Geschehenes, Gelerntes wird vertieft und abgespeichert. Bei Kindern können Schlafstörungen zu Entwicklungsstörungen führen. Die Lernfähigkeit und die Wahrnehmungsfähigkeit können so gravierend beeinträchtigt werden, dass die Schulleistungen nachlassen und Kinder u.U. keinen begabungsgerechten Abschluss erreichen. Ebenfalls verbirgt sich nicht selten hinter einer diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) eine massive Schlafstörung, wie umgekehrt Schlafstörungen zu Aufmerksamkeitsstörungen führen können.
 
Aufmerksamkeitsstörungen durch Übermüdung sind auch in der Berufswelt ein großes Problem, da hierdurch die Fehlerrate in den Arbeitsprozessen ansteigt. Zudem sind Schlafstörungen eine häufige Ursache für Unfälle im Verkehr und am Arbeitsplatz. Diese Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen werden bei vielen Menschen noch dadurch schlimmer, weil viele versuchen, durch Alkohol und/oder Selbstmedikationen den Schlaf zu erzwingen. Der Schlaf wird hierdurch massiv beeinträchtigt, weil die Traumphasen gestört werden. Oft tritt eine schnelle Abhängigkeit mit Dosissteigerung ein. Patienten berichten zudem, dass sie nach der Einnahme von Beruhigungsmitteln einen „traumlosen“, fast narkoseartigen Schlaf erleben und morgens häufig wie gerädert aufwachen. Alkohol führt in der zweiten Nachthilfe zu einem unruhigen Schlaf. Diese häufigen „Selbstmedikationen“ verschlimmern oft schon nach wenigen Wochen die Schlafstörungen, so dass Patienten nun noch ein weiteres Problem haben: die Abhängigkeitserkrankung.
 
Wie komplex die Auswirkungen von Schlafstörungen sind, zeigt zudem das Phänomen, dass Schlafgestörte zu Heißhungerattacken und Übergewicht neigen. Nicht selten erhöht sich die zusätzliche Nahrungsaufnahme um 600-800 kcal, was einer Menge von ein bis zwei Tafeln Schokolade entspricht. Über einen längeren Zeitraum kann hieraus Übergewicht resultieren, was wiederum die generelle Gesundheit – und damit auch den Schlaf – beeinträchtigt.
 
Diese Phänomene werden in der Schlafforschung erforscht, nicht selten noch mit unterschiedlichen Forschungsergebnissen. Wenn auch die Wissenschaft viele Geheimisse um den Schlaf erforscht hat, ist sie immer noch eine junge Wissenschaft mit einem großen Forschungsterrain, gerade wenn es um die „Schwestern der Nacht“ geht, wie Schlaf und Traum und die unbewussten Prozesse, die unser Leben weit mehr bestimmen, als wir es erahnen.

Wege aus der Schlaflosigkeit:
Behandlung der Schlafstörung durch Ärztliche Hypnose

In der Ärztlichen Hypnosebehandlung kann sich für Schlafgestörte wieder eine Tür öffnen. Bei Insomnien ist die Hypnotherapie eine lösungsorientierte Behandlungsmethode. Es geht hier nicht einfach um Entspannung, sondern um eine Form der Behandlung, die oft schon nach wenigen Sitzungen zu einer deutlichen Besserung führen und Erholungsprozesse einleiten kann. Menschen mit Schlafstörungen sind zumeist sehr motiviert mit dem Unbewussten Kontakt aufzunehmen. Schlafstörungen werden in meiner Praxis für Medizinische Hypnose häufig behandelt, wobei mich Menschen von 25 bis über 80 Jahre konsultieren.
 
Zumeist berichten Menschen, dass sie schon Jahre unter Schlafstörungen leiden. Junge Menschen berichten nicht selten, dass sie als Kind Angst vor der Dunkelheit hatten, unter Albträumen litten und keine Geborgenheit erlebten. Fasziniert erleben nicht wenige Patienten in der Hypnotherapie, wie durch Suchprozesse des Unbewussten nicht geheilte seelische Verletzungen aufgedeckt und gelöst werden. Viele Schlafgestörte erleben in den folgenden Tagen, wie sich die Angst vor der Nacht löst und sie nach monate- oder gar jahrelanger Schlafstörung ein- und durchschlafen können. Neurowissenschaftlich ausgedrückt bedeutet das, dass mit einer verbesserten Schlafqualität regenerative Prozesse angeregt werden. Diese Prozesse fördern nun auch die vermehrte Freisetzung von beruhigenden Botenstoffen, die modulierend auf das Schlaf-Wach-Zentrum im Gehirn wirken: Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird reguliert.
 
Es ist für mich selbstverständlich, dass ich mit Ihnen eine persönliche maßgeschneiderte Selbsthypnose – eine eigene Schlaftherapie – ausarbeite, die Sie vor dem Schlafengehen praktizieren können. Durch die Selbsthypnose erleben viele mit der Zeit, wie sich ihr Verhältnis zum Schlaf und ihr Vertrauen zur Nacht verbessert. So können Sie mit der Zeit Ihr eigener Therapeut werden, Ruhe und Gelassenheit erlernen, so dass Ihre innere Uhr wieder in den Takt kommt.
 
 

Mehr erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch in meiner Praxis für Medizinische Hypnose in Hamburg.