Navigation

Prüfungsangst

Wie Prüfungsangst ad acta gelegt werden kann

In allen Lebensphasen sind wir Prüfungssituationen ausgesetzt, gehäuft in der Zeit vom 15. bis zum 30. Lebensjahr: Schulabschluss, Führerscheinprüfung, beruflicher oder universitärer Abschluss. Die Worte „Prüfung, Präsentation, Referat, Klausur, Hausarbeit“ lösen bei den meisten Studierenden emotionale Reaktionen aus. Prüfungszeiten sind sensible Phasen im Studium und in der Ausbildung. Sie lösen bei vielen Studierenden Leistungsdruck und Versagensängste aus, da Prüfungen auch immer mit äußeren und inneren Bewertungsmaßstäben korrespondieren. Prüfungsängste beginnen häufig im Klassenzimmer an der Tafel mit einer verpatzen Klassenarbeit, mit Stolpern beim Referat oder einem verletzenden Wort, beziehungsweise einer Geste. Viele müssen sich zudem häufig anhören „Du schaffst das nicht ...“ oder „Das wird nichts, wenn du ...“.
 
Unter gravierender Prüfungsangst leidet ein Drittel der Studierenden. Die bevorstehende Prüfung wird häufig dramatisiert und durch vorangegangene Prüfungserfahrungen überzeichnet. Für nicht wenige ist das eine Hauptursache für den Studienabbruch: Jeder 5. Student in Deutschland bricht sein Studium ab.

Prüfungsangst wird vielschichtig erfahren

Die Prüfungsangst kann verschiedene Stadien umfassen

  • Angst vor der Prüfungsvorbereitung
  • Angst vor der Prüfungssituation
  • selbst Angst vor dem Bestehen, denn mit einer bestandenen Prüfung oder einem erfolgreichem Examen „drohen“ neue Herausforderungen

Angst vor der Prüfungsvorbereitung

In vielen Fällen wird die Prüfungsangst durch eine problematische Prüfungsvorbereitung erschwert. Es versteht sich, dass gerade sehr lange Prüfungsvorbereitungen und unklare Zielsetzungen eine besondere Herausforderung sind, zumal wenn die vorangegangene Studiensituation schon problematisch war. Die psychische Situation während der Prüfungsvorbereitung kann von Arbeitsstörungen und -blockaden sowie Vermeidungsstrategien beeinflusst sein, so dass die Kognition und die Gesamtverfassung massiv beeinflusst werden. Die häufigste Arbeitsstörung ist dabei das Aufschiebeverhalten. Schätzungsweise leidet weit über die Hälfte der Studierenden unter Aufschieben. Wenn dieses Verhalten so stark ausgeprägt ist, dass hieraus eine Beeinträchtigung des Studiums und des Studienabschlusses mit negativen Konsequenzen resultiert, liegt eine Prokrastination vor. Prokrastination (lat. „pro“ = für und „cras“ = morgen) bedeutet auf morgen verschieben. Es ist keine Faulheit, noch Willensschwäche. Die Prokrastination wird besonders während der Prüfungsvorbereitung als quälende Belastung erlebt. Betroffene versuchen durch mehr Selbstdisziplin Verzögerungstaktiken zu stoppen. Doch gerade Zeitdruck und hohe Anforderungen senken die Frustrationstoleranz, wenn der Lernstoff sich als schwieriger und zeitaufwendiger erweist als angenommen … und Versagensängste übermächtig werden. Durch das Aufschieben wird zunächst Erleichterung erlebt; die negativen Gefühle lassen kurzfristig nach, doch kehren sie nach kurzer Zeit zurück. Wurde die Arbeit begonnen, ist jede Ablenkung ein Risiko, um die Arbeit wieder zu unterbrechen und in Ersatzhandlungen – wie die Flucht ins Internet – auszuweichen.

Oft planen Betroffene sogar mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung ein, sie möchten zumeist alles sehr genau und gründlich lernen, um ihre Prüfung sehr gut zu bestehen. Dabei haben Betroffene – nicht zuletzt aufgrund ihres Perfektionismus – Probleme, adäquate Prioritäten zu setzen und leiden unter Fehleinschätzungen bezüglich des Zeitmanagements wie auch der Lernanforderungen.
 
Zudem ist das Aufschiebeverhalten vielfach durch eine erhöhte Ablenkbarkeit geprägt, die sich in Schwierigkeiten in der Abgrenzung gegen alternative Handlungstendenzen bemerkbar macht. Ursächlich ist hierbei die Selbstregulation von Impulsen, Gedanken und Handlungen beeinträchtigt, wobei in nicht wenigen Fällen das chronische Aufschiebeverhalten als Folge eines Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) zu sehen ist. In anderen Fällen kann diese Arbeitsstörung Folge einer chronischen Erschöpfung sein, wobei die Stimmungslage depressiv getönt sein kann. Ebenfalls kann das Aufschiebeverhalten Ausdruck einer Angsterkrankung oder einer Depression sein.
 
Bei vielen Studierenden und Auszubildenden ist die Prüfungsvorbereitung durch Zweifel an der eigenen Problemlösungsfähigkeit, Versagens- und Entscheidungsangst geprägt. Im Bemühen „Alles“ zu lernen, wird zu viel Zeit für Nebensächliches aufgewendet. Durch perfektionistisches Streben können Prüfungskandidaten sich oft nicht entscheiden, nur das Wichtigste zu lernen und „Mut zur Lücke“ zu zeigen. Immer wieder erlebe ich in meiner Praxis für Medizinische Hypnose, dass Prüfungskandidaten gar nicht mehr wahrnehmen können, dass Sie bereits das meiste gelernt haben und sich nur noch auf den Berg des noch nicht Gelernten fokussieren. Viele haben so viel gelernt, dass man fast die Frage stellen könnte: „Was müssen sie tun, um noch durchzufallen.“ Die bevorstehende Prüfung wird unbewusst so dramatisiert, dass viele prüfungsängstliche Klienten schon Tage und Wochen zuvor unter Symptomen wie Unruhe, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Durchfall und Magendruck leiden, so dass die Konzentration und Kognition beeinträchtigt wird.

Angst vor und in der Prüfungssituation

Die Prüfungsangst wird umso massiver erlebt, je näher der Prüfungstermin rückt. Eine gewisse Unruhe, Bammel und Lampenfieber sind „normale“ psychophysische Reaktionen vor einer Prüfung. Sie äußern sich in Unruhe, feuchten Händen, Bauchkribbeln, ein flaues Gefühl im Magen und häufiges Aufsuchen der Toilette. Da das Gehirn bei einem mittleren Erregungszustand am besten arbeitet, wirkt dieses Gefühl leistungssteigernd. Wird dieses gesunde Ausmaß an Nervosität stark überschritten und werden unangemessene Reaktionen erlebt, kann von einer regelrechten Prüfungsangst gesprochen werden. Während einige in den letzten Tagen vor der Prüfung noch zur Hochform auflaufen, wachsen bei anderen mit ausgeprägter Prüfungsangst die Selbstzweifel und es spielen sich stille dramatische Szenarien ab, „das weiße Blatt“ bei der Klausur, Blackout in der mündlichen Prüfung. Die Selbstzweifel und Versagensängste beeinträchtigen so sehr die Konzentration und Informationsaufnahme, dass die Zeit nicht mehr adäquat genutzt werden kann. Dabei ist es nicht die Angst vor der Prüfungssituation an sich, sondern die Angst vor den Folgen einer nicht bestandenen Prüfung, Angst vor einer Blamage, Angst vor den Prüfern, Angst vor anderen Prüflingen, Angst vor den Eltern und Freunden, Angst den beruflichen Anschluss zu verlieren und Angst abgelehnt zu werden.
 
Frühe Erfahrungen, Leistungsansprüchen nicht genügt zu haben oder vermeintlich nicht genügt zu werden in dieser sensiblen Phase reaktiviert, so dass Prüfungskandidaten sich selbst behandeln, wie sie einmal behandelt wurden. Anstatt, dass das Erarbeitete und Gelernte respektiert wird, betrachten viele ihre Leistungssituation schon vor der Prüfung als Niederlage und viele manövrieren sich schon vor der Prüfung in eine Versagenssituation.
 
Die Prüfung wird dann als existentielle Bedrohung erlebt. In der Prüfungssituation selbst dominieren bei Betroffenen körperliche Symptome wie rasende innere Unruhe, Zittrigkeit, Übelkeit, Mundtrockenheit, Kloß im Hals, Magendarmbeschwerden, Herzrasen, Unsicherheits- und Benommenheitsgefühle, Kribbeln in den Extremitäten, Schwindel bis hin zur Ohnmacht. Diese Symptome wirken wiederum verstärkend auf die Angst, so dass die Informationsübertragung im Gehirn blockiert wird. Es folgt eine „Geistesabwesenheit“, aus der eine Erinnerungslücke, ein Blackout resultieren kann.

Prüfungsangst nach einer bestandenen Prüfung –
Alte Angstmuster werden wiederholt

Erfahrungen mit Prüfungsängsten können so traumatisch sein, dass prüfungsähnliche Situationen in einem neuen Lebensabschnitt mit neuen Herausforderungen als existentielle Bedrohung wahrgenommen werden. Zu den neuen angstbesetzten Situationen, die sich nach bestandenen Prüfungen ergeben, gehören beispielsweise Bewertungssituationen in Bewerbungsgesprächen, Präsentationen oder berufliche Bewährungsproben. Verschärft werden diese Ängste nicht selten durch die inneren Antreiber mit dem Anspruch, perfekt sein zu müssen. Die Redeangst, die Präsentationsangst oder das Lampenfieber sind dabei für viele besonders bedrückend. Nicht wenige erleiden Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Arbeitsblockaden, Vermeidungsstrategien und depressives Verhalten. Die Angstkaskade kulminiert, wenn Bewerbungen und berufliche Chancen nicht mehr wahrgenommen werden, weil Betroffene phobisches Verhalten gegenüber prüfungs-und bewertungsähnlichen Situationen entwickelt haben, so dass Menschen im Beruf nicht selten weit unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Hilfe durch Therapeutische Hypnose –
Prüfungssituationen wieder meistern

In der Medizinischen Hypnosebehandlung wird an den Ursprung der eigenen Angst gegangen, der bewusst oft nicht mehr erinnert wird, aber auch nicht aufgelöst wurde. Ein Schulkind beispielsweise kann quälendes Schulversagen oder eine frustrierende Schulsituation oft noch nicht richtig begreifen und adäquat bearbeiten. Die unverarbeitete Angst- und Stresserfahrung kann sich dann noch Jahre später als Prüfungsangst ausdrücken. Oft ist die entsprechende Belastungssituation völlig in Vergessenheit geraten, bis in einer erneuten ähnlichen Situation die alte Angsterfahrung wieder aufbricht und die Person dann der eigenen Ohnmacht hilflos ausgeliefert ist.
 
Das Unbewusste weiß um diese Situation. In der Medizinischen Hypnose werden die Zusammenhänge gesucht, die helfen, die Angst verstehbar zu machen. Durch das Wirken Ihres Unbewussten lernen Sie innere Bilder zu enthüllen und tiefliegende Konflikte zu lösen. Der Weg aus einschränkenden Denk- und Verhaltensweisen kann so gebahnt werden. Alte belastende Erfahrungen können entzerrt und alte Angsterfahrungen abgelegt werden.
 
Dieser Prozess führt zur Klarheit und Klarheit fördert Sicherheit. Mit jeder neuen Erfahrung von Sicherheit können sich neue neuronale Verknüpfungen im emotionalen Gedächtnis ausbilden. Das Gehirn registriert die Veränderungen und handelt, indem neuronale Schaltkreise verstärkt aktiviert werden, die emotionale Sicherheit und Wohlempfinden vermitteln. Das Leben und Erleben wird kontrollierbar.

Lernen ist abhängig von unbewussten Ressourcen

Wird Prüfungsangst frühzeitig behandelt, kann die Kette von Lern- und Leistungsstörungen, Versagens- und Examensängsten durchbrochen werden. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen wieder mit sich in Kontakt kommen und an ihren Zielen arbeiten und sie erreichen. Viele absolvieren ihre Prüfungen mühelos und wissen, dass sie über die Ressourcen verfügen, die sie brauchen: für das Studium, die Ausbildung, die Arbeit ... für ihr Leben.
 
Wie ich in meiner Praxis für Medizinische Hypnose sehr oft erlebe, kann die Hypnotherapie eine sehr wirksame und langfristig wirkende Behandlungsmethode bei Prüfungsängsten wie auch bei anderen Angstformen sein. Dieses wurde auch in Studien belegt.
 
Selbst wenn ein prüfungsängstlicher Klient/IN noch kurz vor der Prüfung nach Hilfe sucht, ist die Situation nicht ausweglos. Ihr Unbewusstes kann Ihnen in der Therapeutischen Hypnose helfen, wieder zu Ihren „verschütteten Ressourcen“ zu finden, denn Lernen ist von dem Zustand abhängig, in dem Sie es lernen. (Rossi, Ernest (1986) Psychobiology of Mind/Body, New York.
 
Nicht wenige konsultieren mich verzweifelt erst kurz vor der Prüfung – und schaffen sie, weil sie Zugang zu ihren Ressourcen gefunden haben und in diesem ressourcenerfüllten Zustand Wissen aufnehmen und es abrufen können. Es sind Klienten/IN, die mir regelmäßig nach der bestandenen Prüfung mitteilen, wie froh und erleichtert sie sind, dass sie die Prüfung geschafft haben, oft wieder erwarten mit sehr guten Ergebnissen. Regelmäßig wird betont, dass man nicht mehr an sich, noch an Hilfe geglaubt hatte. Umso mehr wird die Freude und Erleichterung ausgedrückt, diesen Behandlungsschritt – förmlich als letzten Ausweg – genutzt zu haben. Häufig erwähnen sie, dass sie nun mit großer Erleichterung in die Zukunft blicken können, bereichert um das stille tiefe Wissen des Unbewussten mit all seinen Ressourcen.

Zudem werden Sie durch das Erlernen von Selbsthypnose in der Lage sein, auch schwierige Prüfungssituationen zukünftig allein zu meistern.
 
Mehr erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch in meiner Privatpraxis für Medizinische Hypnose in Hamburg.